Systems science perspectives

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DE

Systemwissenschaftliche Perspektiven motivieren die künstlerischen und theoretischen Arbeiten von MUELLER-DIVJAK seit ihren Studienjahren, sie begründen auch das Interesse am BCSSS (Bertalanffy Center for the Study of Systems Science).

Im Rahmen der künstlerischen Forschung von MUELLER-DIVJAK ist – unter Nutzung des umfassenden Archivs des BCSSS und im Austausch mit den MitarbeiterInnen und AkteurInnen des Forschungszentrums – die Kunstfigur BERTA entstanden. Sie überwindet die klassische Legende des „männlichen Genius“, der von einer Frau, in der Rolle als Muse und/oder Sekretärin, begleitet wird. BERTA vereint das Denken von Maria Magdalena und ihrem Mann Ludwig von Bertalanffy – und deren contact intellectuality.

BERTA ist durch ihre Forschungen über die Grundprinzipien des Lebens zu einer organismischen Weltsicht gelangt. Diese steht im Mittelpunkt der von ihr begründeten „Allgemeinen Systemtheorie“. Systemwissenschaft war jedoch lange Zeit von mechanistischen Welt- und Menschenbildern dominiert, und hauptsächlich in der Manifestation als Kybernetik (Steuerungstechnik) bekannt.

MUELLER-DIVJAK empfinden das Wissen und das Bewusstsein darüber, dass jedes lebende System ein offenes System ist, für essentiell und (über)lebenswichtig. Jede Zelle, jedes Lebewesen, wir alle, unsere Gesellschaften und Kulturen, jede Familie, alle Unternehmen, Fabriken, Schulen, Länder, Volkswirtschaften, ein einzelner Baum, ein Wald, der Planet Erde … All das sind keine geschlossenen Systeme, die sich wie Maschinen steuern lassen und funktionieren.

Wir Menschen selbst sind offene und somit komplexe Systeme. Und wir können nur in solchen lebendigen Systemen leben und überleben. Auch wenn unsere Vorstellungen von uns selbst, und der Welt in der wir leben, sehr oft mechanistisch geprägt und dadurch vereinfachend sind. Doch mit diesem linear geschulten, ziemlich unlebendigen Denken und Handeln kommen wir (evolutionär gesehen) nicht weiter. Es werden vielleicht nicht einmal mehr 7 Generationen auf einer fruchtbaren Welt leben können.

Wie kann die Allgemeine Systemtheorie, das Werk BERTAs, zu einer guten Zukunft beitragen? Wie können wir Bedingungen schaffen, die dem Leben förderlich sind, da wir selbst ein wesentlicher Teil des Lebens sind (Janine Benyus)? Wie können wir Schönes vermehren?

Die Fähigkeit, auf interdependente Weise wahrzunehmen und in Zusammenhängen zu denken, unterschiedliche Systeme und ihre Muster/Strukturen zu verstehen und darauf basierend, zukunftsweisend und lebensbejahend zu handeln, individuelle und politische Entscheidungen zu finden, will gestärkt sein und muss entwickelt werden.

Diese Fragen und Erkenntnisse spiegeln sich in den Werken der Ausstellung „77.000 GENERATIONS – Berta says: We need to find a new conception of man“ von MUELLER-DIVJAK wieder, die vom BCSSS unterstützt wird *) und ihre Premiere im Künstlerhaus Bregenz hat.

*) Das BCSSS beschloss, diese Ausstellung zu unterstützen und im Rahmen seiner Bemühungen um eine verbesserte Wissenschaftskommunikation mit MUELLER-DIVJAK zu kooperieren. Die Künste können eine wichtige Rolle spielen, um komplexe Zusammenhänge und Dynamiken besser zugänglich zu machen, indem sie alle unsere Sinne ansprechen. Für das BCSSS ist dies auch ein wichtiger Teil, um einem breiten Publikum das kulturelle Erbe des frühen 20. Jahrhunderts, die Entwicklung einer Weltsicht und ihre zeitgenössische Relevanz zu vermitteln.


EN

Systems science perspectives have motivated the artistic and theoretical work of MUELLER-DIVJAK since their academic years, and they are also the reason for their interest in the BCSSS (Bertalanffy Center for the Study of Systems Science).

Within the framework of MUELLER-DIVJAK’s artistic research, the artistic figure BERTA was created – using the comprehensive archive of the BCSSS, and in exchange with the staff and actors of the research center. She overcomes the classic legend of the “male genius”, who is accompanied by a woman in the role of muse and/or secretary. BERTA combines the thinking of Maria Magdalena and her husband Ludwig von Bertalanffy – and their contact intellectuality.

Through her research on the basic principles of life, BERTA came up with an organismic view of the world. This is the core of the “General Systems Theory”, which she founded. Systems science, however, was for a long time dominated by mechanistic views of the world and human beings, and was mainly known in its manifestation as first order cybernetics.

MUELLER-DIVJAK consider the knowledge and awareness that every living system is an open system to be essential for life and survival. Every cell, every living being, all of us, our societies and cultures, every family, all companies, factories, schools, countries, economies, a single tree, a forest, the planet earth … All these are not closed systems that can be controlled and function like machines.

We humans ourselves are open and therefore complex systems. And we can only live and survive in such living systems. Even if our ideas about ourselves and the world we live in are very often mechanistically shaped and thus simplified. But with this linearly trained, rather unlively thinking and acting we do not get ahead (in terms of evolution). Perhaps not even 7 generations more will be able to live on a fertile planet.

How can the General Systems Theory, the work of BERTA, contribute to a good future? How can we create conditions conducive to life as we are ourselves an essential part of life (Janine Benyus)? How can we enhance beauty?The ability to perceive in an interdependent way and to think in contexts, to understand different systems and their patterns/structures and, based on this, to act in a future-oriented and life-affirming way, to find individual and political decisions, needs to be strengthened and developed.

These questions and insights are reflected in the works of the exhibition “77.000 GENERATIONS – Berta says: We need to find a new conception of man” by MUELLER-DIVJAK, which is supported by BCSSS *) and has its premiere at Künstlerhaus Bregenz.

*) The BCSSS decided to support this exhibition and to collaborate with MUELLER-DIVJAK as part of their efforts for improved science communication. The arts can play an important role to make complex relationships and dynamics more accessible by engaging all our senses. For the BCSSS, this is also an important part of enabling the public to experience the cultural heritage of the early 20th century, the trajectory of a worldview and its contemporary relevance.

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